Flohsamen Einnahme, Dosierung und Anwendung

Klein, braun und unscheinbar wirken die Samen der Plantago Ovata, die ihren Alltagsnamen Flohsamen ihrer Ähnlichkeit zu den kleinen Parasiten verdanken. Flohsamen sind jedoch leistungsstarke Ballaststoffe, die zu einer guten Gesundheit beitragen können. Wie erfolgt die Einnahme, wie sollte die Dosierung sein und wann kommen Flohsamen zur Anwendung.

Flohsamen sinnvoll angewendet bei Darmproblemen

Als Quellstoff finden Flohsamen vor allem dann Verwendung, wenn der Darm aus dem Gleichgewicht geraten ist. Flohsamen können das 50-fache ihres eigenen Gewichtes an Wasser aufnehmen und sind damit noch bindender als beispielsweise Leinsamen. Diese Fähigkeit macht es Flohsamen möglich, erfolgreich gegen Durchfall zu wirken. Im Darm binden die Flohsamen die überschüssige Flüssigkeit und Formen den Stuhl. Gleichzeitig werden neben dem Wasser auch Giftstoffe gebunden und aus dem Körper ausgeschwemmt.

Ihre quellenden Eigenschaften sind es auch, die Flohsamen ebenfalls bei Verstopfung helfen lassen. Bei Verstopfung, medizinisch Obstipation, kann besonders harter, fester Stuhl nicht durch den Analkanal transportiert werden. Es fehlt ihm sowohl die Gleitfähigkeit, als auch oft das Volumen. Für eine gesunde Verdauung muss der Stuhl die Darmwände ausdehnen und so die Peristaltik, die Muskelbewegung, im Darm stimulieren. Ist das Volumen des Stuhls zu gering, kann es durch quellende Ballaststoffe, wie etwa Flohsamen, vergrößert werden. Die sekundären Pflanzenstoffe in den Samen überziehen den Stuhl dabei gleich noch mit natürlichen Schleimstoffen. Das erleichtert den Abtransport aus dem Darm. Übrigens: Da das Hämorrhoidalleiden und Analfissuren vornehmlich durch Darmprobleme wie Obstipation hervorgerufen werden, können Flohsamen auch gegen diese Beschwerden helfen – denn sie bekämpfen die Ursache.

Flohsamen sind nicht nur ein Nahrungsergänzungsmittel, sie finden zunehmend auch Anwendung in verschiedenen natürlichen Medikamenten. Inzwischen konnte die unterstützende Wirkung von Flohsamenschalen bei der Behandlung von Reizdarm belegt werden. Dies gilt vor allem für die Behandlung des Reizdarmsyndroms vom Typ Verstopfung, vom Typ Durchfall und vom Mischtyp. Anders als viele andere Quellstoffe wirken Flohsamenschalen tendenziell darmschonend. Anhaltende Blähungen können bei der Anwendung von Flohsamen selbst bei darmempfindlichen Personen nicht beobachtet werden.

Hierbei kann die Einnahme von Flohsamenschalen noch helfen

Nicht nur auf den Darm haben Flohsamenschalen eine positive Wirkung. In einer umfangreichen Studie konnte nachgewiesen werden, dass Flohsamen den Blutzucker von Diabetikern regulieren können und es zu weniger starken Schwankungen kommt.

Von dieser blutzuckerregulierenden Wirkung profitieren auch Menschen, die mit Flohsamenschalen abnehmen möchten. Da der Blutzuckerspiegel mit einem regelmäßigen Verzehr von Flohsamen weniger starke Anstiege und Abfälle verzeichnet, bleiben Heißhungerattacken aus. Gleichzeitig wirken die quellenden Ballaststoffe sättigend. Das macht eine Diät ohne zu Hungern zum Kinderspiel.

Wer möchte, kann Flohsamen auch zur Darmreinigung verwenden. Diese Prozedur entlastet den Körper und stärkt das Immunsystem.

Flohsamenschalen: Dosierung mit Fingerspitzengefühl

Bei Flohsamenschalen sind oft schon kleine Mengen hilfreich. Obwohl die Samen recht darmschonend sind, sollte die Dosierung nur langsam erhöht werden, um Anpassungsschwierigkeiten zu vermeiden.

10 Gramm pro Tag gelten sowohl bei Flohsamen als auch bei Flohsamenschalenpulver als guter Einstiegswert. Die Flohsamen können einfach in einen Smoothie eingerührt oder in einem Glas Wasser zum Quellen gebracht werden. Wichtig ist die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit in Form von Wasser, Tee oder Säften. In Milchprodukten quellen Flohsamen nicht. Empfohlen ist eine Trinkmenge von mindestens 1,5 Litern täglich.

Tritt bei 10 Gramm pro Tag noch nicht die erwünschte Wirkung ein, kann die tägliche Dosis schrittweise auf bis zu 40 Gramm erhöht werden. Die tägliche Dosis wird am besten auf zwei Einnahmen aufgeteilt. Bei einer Regulation des Darmes ist zu beachten, dass mindestens zwei Tage vergehen sollten, bis über eine Erhöhung der Dosis nachgedacht wird.